Personalwechsel im Aufsichtsrat: Die Werbe-Managerin Marianne Heiß folgt im VW-Gremium auf Annika Falkengren.

Wolfsburg. Der Titel ist Programm: „Yes she can – Die Zukunft des Managements ist weiblich“ hieß das Buch, das Marianne Heiß 2011 während einer lautstarken Debatte um fehlende weibliche Führungskräfte in den Chefetagen publizierte. Ein mahnendes Managementbuch, das Unternehmen daran erinnert, wie wenig zukunftsfähig sie sind, wenn sie weiterhin auf weibliche Expertise verzichten wollen.

Für Heiß selbst gilt das Schattendasein, das viele Frauen fristen, allerdings nicht: Die Top-Managerin ordnet seit 2013 als CFO der Agenturgruppe BBDO Group Germany die finanziellen Geschäfte. 540 Millionen Umsatz, 5000 Mitarbeiter – die gebürtige Österreicherin liebt die Welt der Zahlen. Doch sie liebt auch die Werbung. Sie ist weitaus mehr Werberin als ein CFO, meinen Unternehmenskenner.

Nun kommt für die 45-Jährige eine neue Rolle hinzu: Heiß soll einen Sitz im Aufsichtsrat der Volkswagen AG übernehmen. Ein entsprechender Vorschlag wird den Aktionären bei der Hauptversammlung am 3. Mai unterbreitet. Bis dahin soll die Österreicherin „gerichtlich ersatzbestellt werden“, wie es in einer Mitteilung von VW am Mittwochabend heißt.

Sie soll Annika Falkengren folgen, die ihren Sitz im Aufsichtsrat wegen einer neuen beruflichen Position aufgeben muss. Die 55-Jährige wechselt zur Schweizer Privatbank Lombard Odier, deren Firmenstatuten ein Aufsichtsratsmandat in anderen Unternehmen nicht vorsehen. Des weiteren soll Heiß in den wichtigen Prüfungsausschuss von Volkswagen einziehen, hieß es in Unternehmenskreisen.

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