HV-Saison: Was Friedrich Merz von deutschen Aufsichtsräten erwartet

Die US-Fondsgesellschaft BlackRock, einer der größten Investoren weltweit, will sich künftig stärker einmischen. Dabei geht das Team um Gründer Larry Fink (65) jedoch seinen eigenen Weg. So hat CDU-Mann und Ex-VARD-Präsidiumsmitglied Friedrich Merz (62), der bei BlackRock Deutschland als Chairman fungiert, bereits vor einem Jahr deutlich gemacht: Man werde keinen „Rabatz“ auf Hauptversammlungen machen, aber häufiger das Gespräch mit Vorständen und Aufsichtsräten suchen – zum Beispiel, wenn es um „Vergütungsexzesse“ geht.

Für Frauen im Vorstand, gegen überlastete Aufsichtsräte

Jetzt zeigen die neuen, überarbeiteten „Proxy Voting Guidelines“ für die anstehende HV-Saison, worauf es Merz & Co. darüber hinaus ganz besonders ankommt: auf höhere Frauenquoten und auf Aufsichtsräte, die genug Zeit für ihren Job mitbringen. So stellt BlackRock klar: Wer als Vorstandschef aktiv ist, sollte maximal ein Aufsichtsratsmandat annehmen. Das ist neu – bislang war die Fondsgesellschaft vor allem bei Multi-Aufsichtsräten streng, wo sie ein Maximum von vier Mandaten definiert hat. Zudem fordert BlackRock in den neuen Guidelines, dass in einem Board in der Regel mindestens zwei Frauen vertreten sein sollen. Was das für das deutsche Two-Tier-System bedeutet, bleibt abzuwarten, aber klar ist: Frauenfreie Vorstände dürften den Amerikanern missfallen – auch wenn die Frauenquote im Aufsichtsrat erfüllt ist.

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