Overboarding: Karl-Ludwig Kley legt sein US-Mandat nieder

Investoren und Aktionärsberater reagieren immer empfindlicher auf Aufsichtsräte, die ihrer Meinung nach zu wenig Zeit für ihr Mandat mitbringen. Das zeigt sich aktuell bei Infineon-Aufsichtsratskandidat Wolfgang Eder, aber auch bei einem weit prominenteren Aufseher: Laut Manager Magazin hat sich Karl-Ludwig Kley (66), Aufsichtsratschef bei Eon und der Lufthansa, in den letzten Wochen mit zahlreichen Investoren getroffen, um „Werbung in eigener Sache“ zu machen. Denn die Vielzahl seiner Mandate werde bei Aktionären kritisch beäugt: Kley ist neben seinen beiden Dax-Chefposten noch Aufsichtsrat von BMW, Board-Mitglied beim US-Telekomkonzern Verizon Wireless und Beirat beim 1. FC Köln.

Aktionäre tolerieren maximal fünf Aufsichtsratsposten

Der Haken an der Sache: Die meisten Investoren und Aktionärsberater tolerieren bei Multi-Aufsichtsräten maximal fünf Mandate (teilweise sogar vier) – wobei Vorsitze doppelt zählen. Und offenbar haben seine Gesprächspartner Kley klargemacht, dass sie auch für ihn keine Ausnahme machen. Jedenfalls, schreibt das Manager Magazin, habe sich Kley entschieden, sein Verizon-Mandat „im Frühjahr abzugeben“. Das dürfte die Aktionäre und deren Berater besänftigen.

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