Leadership: Thomas Ebeling und das zweite Ende der Pfauen

Es ist mal wieder so weit: eine neue Managergeneration erobert die Chefetagen deutscher Konzerne. So sieht es jedenfalls das Manager Magazin und konstatiert das Ende des „narzisstischen Ellenbogentyps“ und ganz allgemein der „Egomanen“. Ausdruck dieses Trends ist demnach der Abgang von ProSiebenSat1-Chef Thomas Ebeling (59), der sich „überschätzt“ habe und „mit seinen Mitarbeitern rüde umsprang“. Nun sollten wir solche vermeintlichen Generationswechsel nicht überschätzen; bereits 2003 schrieb die WirtschaftsWoche vom „Ende der Pfauen“. Demnach zogen schon damals zunehmend uneitle, sachliche Manager in die Banken-Vorstände ein.

Es gibt nicht nur Schwarmintelligenz, sondern auch Schwarmblödheit

Dennoch markieren beide Analysen Stufen einer Entwicklung: Was 2003 langsam begann, hat im Zuge der Digitalisierung weitere Teile der Wirtschaft erfasst – und zur Sachlichkeit hat sich inzwischen Teamfähigkeit gesellt. Der Anteil der Teamplayer, die intensiv kommunizieren und Mitarbeitern Entscheidungsspielräume lassen, ist jedenfalls deutlich gestiegen; das Manager Magazin nennt Conti-CEO Elmar Degenhart (59) als Paradebeispiel („viel Vertrauen, wenig Kontrolle“). Auch wir sind überzeugt: Diese Art der Führung ist wichtig, um neue Ideen und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Aber bitte nicht vergessen: Es gibt nicht nur Schwarmintelligenz, sondern auch Schwarmblödheit. Manager müssen deshalb auch in Zukunft Vorgaben und klare Ansagen machen. Teamspirit darf nicht zu einem Kuschelkurs führen.

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