Managergehälter: Wird Post-CEO Frank Appel zum neuen Fixstern?

In den USA steht eine besonders spannende Berichtssaison bevor: Die Unternehmen müssen erstmals Angaben zur „Pay Ratio“ machen, also dem Verhältnis zwischen dem Salär des CEO und dem Gehalt eines typischen Mitarbeiters. Hierzulande ist das zwar nicht vorgesehen, aber eine aktuelle Managergehälter-Studie der hkp group für Capital (siehe Seite 74) sorgt dennoch für Transparenz. Demnach kassiert Deutsche-Post-Vorstandschef Frank Appel (56) 233-mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter. Am anderen Ende der Skala liegt Ulrich Wallin (Hannover Rück) mit dem 22-fachen.

Aufsichtsräte müssen Einpendeln auf hohem Niveau verhindern

Wir finden die Pay Ratio wichtig – fürchten aber, dass die Transparenz anders wirkt als erhofft. Denn erinnern wir uns: Seit Unternehmen die Vorstandsvergütungen en detail veröffentlichen müssen, sind diese unterm Strich weiter gestiegen. Denn dass die „Geringverdiener“ in den Chefetagen plötzlich wussten, wie viel ihre Kollegen kassieren, lieferte ihnen Munition für die nächste Gehaltsverhandlung. Und von jetzt an könnte selbst Bill McDermott (SAP, Pay Ratio 126) argumentieren, dass er im Vergleich zu Frank Appel doch eher moderat bezahlt wird. Es ist also nicht auszuschließen, dass die „Pay-Ratio“-Transparenz – sei es wegen Studien oder gesetzlicher Vorgaben – ebenfalls dazu führt, dass sich die Werte auf hohem Niveau einpendeln. Also lieber keine Transparenz? Natürlich nicht. Aber Aufsichtsräte sollten sich für entsprechende Argumentationsmuster der Vorstände wappnen.

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