Aufsichtsrat der Woche: Muss Audis einziger Unabhängiger gehen?

Im Vorfeld der Hauptversammlung von Audi am 9. Mai gibt es laut einem Bericht der „Automobilwoche“ Diskussionen über die drei Aufsichtsräte Hans-Dieter Pötsch, Hans-Michel Piech und Helmut Aurenz. Sie gehören zu den neun Anteilseignervertretern des Gremiums, das der ehemalige Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer in seiner jüngsten Capital-Kolumne als „merkwürdigsten Aufsichtsrat der Republik“ bezeichnet hat. Das Problem laut „Automobilwoche“: Die drei Aufsichtsräte sind entweder zu lange dabei, zu alt – oder beides.

Helmut Aurenz: Jenseits der Altersgrenze

So sitzen Pötsch und der Unternehmer Aurenz bereits seit 15 Jahren bzw. 25 Jahren im Audi-Aufsichtsrat. Doch laut den Corporate-Governance-Statuten des Audi-Mutterkonzerns Volkswagen sollen Aufsichtsräte nach drei Amtszeiten (das entspricht 15 Jahren) Schluss machen. Bei Aurenz – dem einzigen unabhängigen Mitglied des Audi-Aufsichtsrats – kommt hinzu: Er ist laut Audi-Webseite 80 Jahre alt und liegt damit über der VW-Grenze von 75 Jahren. Hans-Michael Piech wiederum feierte im Januar seien 75 Geburtstag. Neben dem Trio sitzen im Audi-Aufsichtsrat VW-Chef Michael Müller, zwei weitere VW-Vorstände sowie Mitglieder der Familie Porsche-Piëch, die es nach Ansicht von Ziesemer „angesichts ihrer mangelnden Qualifikation wohl in keinen anderen deutschen Aufsichtsrat geschafft hätten.“

DCGIBoardNews

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