Frauenquote: Warum Douglas-Chefin Tina Müller falsch liegt

Die Zahl der Befürworter einer Frauenquote für Vorstände wächst. Nach Bundesfamilienministerin Katharina Barley (SPD) hat nun auch Douglas-Chefin Tina Müller neue Vorgaben als „sinnvoll“ bezeichnet. „Es ist in den letzten Jahren auf der ersten Führungsebene einfach zu wenig passiert“, sagte sie im Interview mit dem Manager Magazin. Zugleich habe die Frauenquote für Aufsichtsräte einiges bewegt. „Warum sollte das nicht auch im Operativen gelingen?“ Regelmäßige Leser wissen: Auch wir halten Frauen in den Vorständen für enorm wichtig. Schließlich zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse immer deutlicher, dass Unternehmen dann langfristig besser abschneiden.

Es gibt viele gute Frauen – aber bisweilen auch gute Gründe für einen Mann

Allerdings wären pauschale Vorgaben für Vorstände nicht nur ein harter Eingriff in die unternehmerische Freiheit, sondern auch gefährlich. Aber nicht, weil es nicht genug qualifizierte Frauen gibt – denn die gibt es. Doch wir sind überzeugt: Es kann je nach Unternehmenssituation gute Gründe geben, keine Frau zu engagieren – zum Beispiel, weil der Aufsichtsrat einen herausragenden männlichen Kandidaten gefunden hat. Oder weil er die „Diversity“ im Vorstand zunächst auf andere Weise erhöhen will (Stichwort Internationalisierung). Aufsichtsräte sollten deshalb frei bleiben in ihrer Entscheidung – zumal sie sich durch die Frauenquote deutlich verändert haben und deshalb längst nicht mehr auf einem Auge blind sind.

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