Gründer verlässt Steinhoff-Aufsichtsrat

Die kriselnde Poco-Mutter Steinhoff tauscht angesichts ihres Bilanzskandals ihren Aufsichtsrat teilweise aus.

Der schwer angeschlagene Einzelhandelskonzern Steinhoff kann die deutsche Möbelkette Poco nicht mehr voll in die eigene Bilanz aufnehmen. Steinhoff habe bei der Beteiligung nicht mehr das Sagen, erklärte der Konzern am Mittwoch. Deshalb könne er die Umsätze nicht mehr konsolidieren, sondern nur noch die Beteiligungserträge bilanzieren. Das drückte den Umsatz im ersten Quartal 2017/18 (zum 31. Dezember) um fünf Prozent auf 4,86 Milliarden Euro. Ohne den Bilanzeffekt hätte Steinhoff in der tiefsten Krise seiner Geschichte sogar zwei Prozent mehr umgesetzt.

 Der Konzern legte zum ersten Mal seit dem Auftauchen von Bilanz-Unregelmäßigkeiten operative Zahlen vor. „In unserem Unternehmen ist viel falsch gelaufen“, räumte die amtierende Konzernchefin Heather Sonn in einem Brief an die Aktionäre ein. „Wir alle wollen eine sichere Zukunft für Steinhoff, und ich will alles dafür tun.“ Die Wirtschaftsprüfer von PwC durchforsten derzeit die Zahlen und Verträge. So lange sie nicht fertig seien, könne Steinhoff auch keine Bilanz für 2016/17 vorlegen.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.