Aufsichtsrat der Woche: Der überzeugende Abgang von Wolfgang Grenke

Mit 67 Jahren ist Schluss: Anfang März ist Wolfgang Grenke als Vorstandschef des Leasing- und Factoring-Dienstleisters Grenke AG aus Baden-Baden zurückgetreten. Auf den Gründer und Großaktionär des im SDax gelisteten Unternehmens folgt seine bisherige Stellvertreterin Antje Leminsky. Nach unserem Eindruck eine gute Wahl: Die 47-Jährige hat umfassende Digitalexpertise, beim Verlag Grunder & Jahr verantwortete sie einst die weltweite IT. Und sie hat darüber hinaus etwas, das unter Konzernchefs die Ausnahme ist: Erfahrung als Startup-Unternehmerin. Denn Leminsky gehörte zu den Gründern von „Mondayworks“, einer Online-Plattform zur Vermittlung von Dienstleistern.

Grenke-Vorstand und -Aufsichtsrat: Die Diversity stimmt

Das Scheitern der Plattform, berichtet Leminsky jetzt dem Handelsblatt, habe ihr wichtige Erkenntnisse gebracht: Das Gründer-Team sei sich „zu ähnlich“ gewesen. Es habe an „Vielfalt“ gemangelt – etwa bei Ansichten und dem persönlichen Hintergrund, so Leminsky. Im Grenke-Vorstand besteht das Problem übermäßiger Konformität nicht – dafür sprechen jedenfalls die verschiedenen Altersgruppen und Geschlechter. Und auch der sechsköpfige Aufsichtsrat ist in Sachen Diversity gut aufgestellt: Die Frauenquote liegt bei 33,3 Prozent, und neben einstigen Top-Managern wie Aufsichtsratschef Ernst-Moritz Lipp und dem ehemaligen IBM-Deutschland-Chef Erwin Staudt (70) ist auch die Generation Ü 50 stark vertreten – etwa mit Florian Schulte. Kein Wunder, dass Wolfgang Grenke das Gremium erstmal weiter arbeiten lässt. Allerdings kündigte er bereits an, dem Aufsichtsrat „zu gegebener Zeit“ zur Verfügung zu stehen.

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