Der erschütternde Anschlag auf Innogy-Finanzchef Bernhard Günther (wir wünschen gute Besserung!) hat eine Debatte über die Sicherheit von Top-Managern ausgelöst. Aufsichtsräten stellt sich damit mehr denn je die Frage: Sollen sie auf eine intensivere Bewachung ihrer Vorstände hinwirken – aus menschlichen Gründen, aber auch im Interesse des Unternehmens? Ein heikles Thema: Einerseits geht es darum, das Leben und die Gesundheit von Mitarbeitern zu schützen und dadurch zugleich Kontinuität an der Firmenspitze sicherzustellen (als natürlich zweitrangiges, aber dennoch erstrebenswertes Ziel).

„Elfenbeinturm-Effekt in Sinne erzwungener Unnahbarkeit“

Andererseits kann eine strenge Bewachung das Leben aus Sicht der Betroffenen weniger lebenswert machen – und zudem einen Elfenbeinturm-Effekt im Sinne erzwungener Unnahbarkeit schaffen, der gerade teamorientierte und kommunikative Manager wichtiger Stärken beraubt. Wir meinen: Das letzte Wort zum Thema Sicherheit sollten – jedenfalls abseits öffentlicher Auftritte – die Top-Manager selbst haben. Aufsichtsräte von Konzernen müssen sie jedoch bestmöglich unterstützen, zum Beispiel mit Gefährdungsanalysen und Leibwächtern, die sie jederzeit anfordern können.