Deutsche Bank: Wieviel Achleitner steckt hinter dem Bonus-Verzicht?

Chapeau: CEO John Cryan und die übrigen Vorstände der Deutschen Bank verzichten zum dritten Mal infolge auf ihren Bonus. Die Führungsriege sei ihrer „kollektiven Verantwortung“, Gewinne zu liefern, nicht gerecht geworden, erläuterte Cryan am Wochenende auf einer Technologie-Messe in Texas. Der Verzicht kommt überraschend, denn noch im Februar hatte der Brite erklärt: „Wir haben es dieses Jahr nicht für nötig befunden, den Aufsichtsrat anzurufen und zu sagen, wenn ihr über eine variable Vergütung [für uns] nachdenkt, vergesst es.“

Was John Cryan &. Co den VW-Vorständen voraus haben

Aus unserer Sicht drängen sich damit zwei Motive für den Sinneswandel auf. Erstens: Nach der Debatte um höhere Boni für die Investmentbanker fürchteten John Cryan, Marcus Schenck, Christian Sewing und Co. harsche Kritik von Aktionären und Journalisten, wenn auch sie wieder üppig kassieren. Zweitens: Der Aufsichtsrat um den Paul Achleitner – sowie womöglich Henning Kagermann, Stefan Rudschäfski und Frank Bsirske als weitere Mitglieder des Vergütungskontroll-Ausschusses – hat Druck gemacht. Wir vermuten: Es war ein Mix aus beiden Motiven. Unabhängig davon spricht es für die Vorstände, dass sie mitgemacht haben. Wir erinnern uns an Kollegen, die in wesentlich schwierigeren Situationen auf üppigen Boni beharrt haben (zum Beispiel die VW-Vorstände nach Dieselgate). Noch besser fänden wir es freilich, wenn das Vergütungssystem so ausgestaltet wäre, dass bei einer schlechten Geschäftsentwicklung gar keine Boni fließen.

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