Wolfgang Porsche: Verjüngungskur mit gefährlichem Schönheitsfehler

Die Familien Porsche und Piëch leiten den Generationswechsel ein: Mit Peter Daniell Porsche (44), Stefan Piëch (47) und Josef Ahorner (57) sollen auf der Hauptversammlung im Mai drei Mitglieder der vierten Generation in den Aufsichtsrat der Porsche SE einziehen. Dafür will die Holding das Kontrollgremium, das derzeit aus fünf Personen besteht, auf zehn Mitglieder erweitern. Neben den drei Familienvertretern, die in den Aufsichtsräten der Konzerntöchter Skoda, Seat und Audi Erfahrung gesammelt haben, sollen Ex-Freshfields-Partner Günther Horvath (65) und BBDO-Finanzchefin Marianne Heiß (45) in das Gremium einziehen.

Die Richtung stimmt, das Tempo nicht

Mit der 45-Jährigen, die auch in den VW-Aufsichtsrat einziehen soll, wäre in der einer der letzten Männerbastionen der deutschen Wirtschaft endlich eine Frau vertreten. Mit einer Frauenquote von zehn Prozent kann man Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche („WoPo“) aber keine übermäßigen Ambitionen unterstellen, was das Thema Vielfalt („Diversity“) angeht. Und auch die Verjüngung und den Generationswechsel treibt er nur halbherzig voran – so bleiben er selbst (74) und Hans-Michel Piëch (76) an Bord. Nur Hans-Peter Porsche (77) nimmt seinen Hut (den fünften Posten, der dadurch besetzt werden muss, soll Ex-Magna-Chef Siegfried Wolf, 60, übernehmen). Wir meinen: „WoPo“ marschiert in die richtige Richtung – aber womöglich zu langsam. Angesichts des rasanten Wandels der Mobilität wünschen wir ihm künftig mehr Entschlossenheit.

DCGIBoardNews

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