Frauenquote in Österreich: Aufsichtsräte bleiben Männer-Bastion

In der Alpenrepublik gilt seit Jahresbeginn ebenfalls eine 30-prozentige Frauenquote für Aufsichtsräte, aber bislang hat dies laut Medienberichten noch nicht zu nennenswerten Veränderungen geführt. Derzeit würden höchstens „ein paar Dutzend Aufsichtsrätinnen gesucht“, zitiert das österreichische Wirtschaftsmagazin „Trend“ einen Headhunter. Das liege an großzügigen Ausnahmeregelungen; so betreffe die Quote lediglich 31 von 68 börsennotierten Gesellschaften in der Alpenrepublik: Unternehmen mit weniger als sechs Kapitalvertreter im Aufsichtsrat seien ebenso wenig tangiert wie solche mit weniger als 20 Prozent Frauen in der Belegschaft.

Zucker-Konzern Agrana verlängert Mandate aller Männer

Hinzu kommt, dass die Frauenquote – wie in Deutschland – nur bei Neubesetzungen gilt. Das hält dem Bericht zufolge manches „Old Boys Network“ am Leben; der Wiener Zuckerhersteller Agrana zum Beispiel hat laut „Trend“ im letzten Sommer „die Mandate aller zwölf (männlichen) Aufsichtsräte um weitere fünf Jahre verlängert“.  Die Herren um den Vorsitzenden Erwin Hameseder können somit bis 2023 weitermachen. Insgesamt verharrt die Frauenquote in österreichischen Aufsichtsräten derzeit bei 19 Prozent.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.