Managerhaftung: D&O-Versicherer verliert vor Gericht

Laut Insiderberichten versuchen D&O-Versicherer immer öfter, sich ums Zahlen zur drücken – aber die Öffentlichkeit bekommt davon meist nichts mit, weil Verhandlungen über Managerhaftung hinter geschlossenen Türen stattfinden und zwischen den Parteien Verschwiegenheit vereinbart wird. In einem aktuellen Fall hat das jedoch nicht geklappt: Ein Streit zwischen dem Olympus-Konzern und dem Versicherer AIG Europe eskalierte und landete vor Gericht, wie der Branchendienst „Juve“ berichtet. Und jetzt entschied der Londoner High Court of Justice: AIG Europe muss eine Olympus-Klage gegen die beiden Ex-Manager Michael Woodford und Paul Hilman finanzieren, die 2005 „pflichtwidrig“ eine Altersversorgung für Führungskräfte ins Leben gerufen haben sollen.

D&O-Police zu spät abgeschlossen?

Der Versicherer hatte laut „Juve“ argumentiert, dass Olympus und die Tochtergesellschaft KeyMed schon bei Abschluss der D&O-Versicherung von dem angeblichen Fehlverhalten wussten. Außerdem habe Olympus Fragen „nicht fristgemäß beantwortet“. Die Londoner Richter sahen es jedoch nicht als erwiesen an, dass Olympus frühzeitig vom Fehlverhalten wusste. Und die verspäteten Antworten hätten „keine grundsätzliche Bedeutung“. AIG kann allerdings noch in Berufung gehen.

DCGIBoardNews

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