Rolf Nonnenmacher: Wird auch der deutsche Kodex „shorter & sharper“?

 Wir haben den Eindruck: Weltweit herrscht Aufbruchstimmung in Sachen Corporate Governance. Immer mehr Länder haben ihre Kodizes grundlegend überarbeitet und neu ausgerichtet. Nach Vorreitern wie Südafrika folgt jetzt beispielsweise Großbritannien: Der Entwurf für den neuen „UK Corporate Governance Code“ sei „shorter and sharper“, lobt die britische VARD-Schwesterorganisation „Institute of Directors“ in einer aktuellen Stellungnahme. Und in Deutschland?

Nachdenken statt abhaken: Warum der Kodex kürzer werden muss

Rolf Nonnenmacher, der Vorsitzende der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, hat im letzten Jahr ebenfalls eine „grundlegende Überarbeitung“ angekündigt und wenig später auf dem Deutschen Aufsichtsratstag (#DART12) erste Überlegungen präsentiert (erste Informationen zum #DART13 gibt es hier). Dabei wurde jedoch deutlich: Ein großer Wurf – zum Beispiel in Form des KODEX2018 mit 20 klaren Prinzipien – ist bislang nicht vorgesehen. Allerdings geben wir die Hoffnung nicht auf, dass sich dies im Konsultationsprozess ändert und 2019 ein schlanker, aber dafür umso präziserer Kodex in Kraft tritt. Denn wir sind überzeugt: Die Vielzahl von Detail-Vorgaben verstellt den Blick aufs Wesentliche und fördert einen formalistischen Habitus getreu der Devise: abhaken statt nachdenken. Echte Fortschritte in Sachen Governance sollte auf dieser Basis niemand erwarten.

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