Bahn: Grube-Abfindung belastet neuen Aufsichtsratschef

Nachdem Medien berichtet haben, dass Ex-Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube im vergangenen Jahr eine üppige Abfindung kassiert hat, wächst die Kritik am Aufsichtsrat. „Wir werden mit dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden künftig darauf achten, dass bei solchen Verträgen Maß und Mitte eingehalten wird“, kündigte der neue Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an. Oppositionspolitiker äußerten sich noch deutlicher und forderten Aufklärung: „Verkehrsminister Scheuer kritisiert Grube-Millionen, aber im Aufsichtsrat hat der Bund zugestimmt!?“, twitterte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic.

Bahn-Aufsichtsrat: Mehr Politiker, weniger Profis

Matthias Gastel, Bahn-Experte der Grünen, forderte von der Bundesregierung detaillierte Informationen darüber, wie sich die Vertreter des Bundes im Bahn-Aufsichtsrat bei der Entscheidung über die Grube-Abfindung verhalten haben. Das betrifft die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann (SPD), aber zum Beispiel auch den scheidenden Parlamentarischen Staatsekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Uwe Beckmeyer (ebenfalls SPD) sowie Verkehrsstaatsekretär Michael Odenwald (CDU). Für ihn ist die Frage besonders heikel, da er laut Medienberichten neuer Aufsichtsratschef und Nachfolger von Utz-Hellmuth Felcht wird. Zugleich sollen zwei weitere Vertreter von CDU und CSU in das Gremium einziehen. Damit wären dort künftig nur noch drei unabhängige Manager vertreten – statt bisher fünf (darunter Jürgen Großmann und Ex-TUI-Chef Michael Frenzel).

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