Managergehälter: Wie Aufsichtsräte und CEOs Populisten stärken

Verbal haben sie klare Kante gezeigt: Nach dem Einzug der AfD in den Bundestag warnten gleich mehrere Manager vor populistischen Tendenzen, an vorderster Front der VW-Vorstandschef: Das zweistellige AfD-Ergebnis sei „schockierend“, sagte Matthias Müller. Solche klaren Bekenntnisse in allen Ehren, aber: Das weitaus effektivere Instrument, das Top-Managern zur Bekämpfung des Populismus zur Verfügung steht, bleibt: gute Unternehmensführung, zum Beispiel in Form eines menschenfreundlichen Führungsstils und angemessener Managergehälter.

Dieselgate: Millionen für Müller, Wertverluste für Kunden

Denn zu den präferierten Methoden der Populisten vom linken und rechten Rand gehört es, politische und wirtschaftliche „Eliten“ zu diskreditieren. Sie hätten, so die Kernbotschaft, ein System erschaffen, von dem nur sie selbst profitieren. Und leider muss man konstatieren: Mit den hohen Managergehältern und Boni, die für 2017 fließen, liefern Aufsichtsräte und Vorstände den Populisten eine neue Steilvorlage für ihre hanebüchene Argumentation. Denn zweistellige Millionen-Zuflüsse sind keine seltene Ausnahme mehr, wie eine Handelsblatt-Analyse zeigt. Und insbesondere die CEO-Gehälter steigen deutlich schneller als die Durchschnittseinkommen. Wieder vorne mit dabei: VW-Chef Müller, der rund zehn Millionen Euro einstrich – und damit davon profitierte, dass VW Diesel-Besitzern effektive Nachrüstungen verweigert. Manager kassieren Millionen, während Autofahrer Wertverluste und Fahrverbote fürchten – mehr Angriffsfläche kann man Populisten kaum bieten.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.