Aufsichtsräte Schipporeit & Bsirske: Interessenkonflikt bei Innogy

Der Ökostrom-Produzent Innogy kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach dem überraschenden Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Brandt, dem Abgang von Vorstandschef Peter Terium und dem Säure-Anschlag auf CFO Bernhard Günter sind nun die Aufsichtsräte Erhard Schipporeit und Frank Bsirske (Verdi) ins Visier der Berichterstatter geraten. Denn die beiden sitzen nicht nur im Kontrollgremium von Innogy, wo Schipporeit zu Jahresbeginn den Vorsitz übernommen hat, sondern auch im RWE-Aufsichtsrat. Damit stellt sich die Frage nach Interessenkonflikten – insbesondere, nachdem RWE angekündigt hat, den verbliebenen 76,8-Prozent-Anteil an Innogy an den Konkurrenten Eon zu verkaufen. Schließlich sind dadurch widerstreitende Interessen offensichtlich geworden.

Doppel-Rolle befeuert Spekulationen

Schipporeit betonte allerdings gegenüber dem Handelsblatt, dass er erst durch die Ad-hoc-Mitteilung vom geplanten Verkauf erfahren hat. Das Problem: Nach den überraschenden Personalien der letzten Monate sind viele Innogy-Mitarbeiter misstrauisch und fragen sich, wer wann was gewusst oder geahnt hat. Das sei in einem Unternehmen, „das vor dem Verkauf und der Zerschlagung steht, auch nur allzu verständlich“, kommentiert das Handelsblatt – und kritisiert, dass Schipporeit und Bsirske mit ihren Doppel-Mandaten „überhaupt Raum für derlei Spekulationen gegeben haben“, statt frühzeitig klare Verhältnisse zu schaffen.

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