Overboarding: Dax-Vorstände lehnen Aufsichtsratsmandate ab

Der neue Infineon-Aufsichtsrat Wolfgang Eder (66) geriet vor der Hauptversammlung im Februar ins Visier mächtiger Aktionärsberater: Neben seinem Job als Vorstandschef des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine habe er nicht genug Zeit für das Mandat, argumentierte Glass Lewis. Eder schaffte es dennoch ins Gremium – aber anderswo zeigt die wachsende Skepsis von Investoren und deren Beratern in Sachen Overboarding Wirkung: Viele neue Vorstandsmitglieder verzichten auf Aufsichtsratsmandate, wie eine aktuelle Studie zeigt. Demnach sitzen die Top-Manager, die seit Anfang 2017 in Dax-Vorstände berufen wurden, im Schnitt nur noch in 0,6 Aufsichtsräten.

BlackRock verschärft die Vorgaben für CEOs

Insgesamt ist die Zahl der Aufsichtsratsmandate in den letzten zwölf Jahren von durchschnittlich fünf auf zwei Mandate gesunken. Das ist erfreulich, zumal viele davon auf Konzerntöchter entfallen dürften. Und der Trend dürfte sich fortsetzen, weil Investoren den Druck erhöhen. So  hat BlackRock in den neuen „Proxy Voting Guidelines“ für 2018 klargestellt, dass aktive CEOs maximal ein Aufsichtsratsmandat annehmen sollen. Gegen diese Vorgabe verstößt Voestalpine-Chef Eder, weil er neben Infineon und einigen Voestalpine-Töchtern auch die österreichische Oberbank überwacht.

DCGIBoardNews

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