Karl v. Rohr, Margret Suckale & Co: DWS-Aufsichtsrat im Check

Auf Siemens Healthineers folgt bereits der nächste große Börsengang, und deshalb haben wir diese Woche erneut einen Aufsichtsrat unter die Lupe genommen. Erfreulich ist: Mit der Ex-Bahn- und BASF-Managerin Margret Suckale (61) sowie Evonik-Finanzchefin Ute Wolf (50) ziehen zwei kompetente Frauen in den DWS-Aufsichtsrat ein. Und durch den US-Amerikaner Alan Scheuer (Ex-Finanzchef von Fidelity Investments), den französischen Unternehmensberater Aldo Cardoso und den japanisch Manager Hiroshi Ozeki ist auch die internationale Perspektive gesichert. Allerdings ist es mit der Unabhängigkeit des Gremiums trotz fünf formal unabhängiger Mitglieder nicht her.

Ozeki & Cardoso: Wahre Unabhängigkeit sieht anders aus

Denn Ozeki kommt vom Partner Nippon Life, der sich an der DWS beteiligen und eng kooperieren will. Cardoso wiederum war als Berater für DWS aktiv und gilt Investoren bereits als überlastet, was die Zahl seiner Mandate angeht. Damit ist fraglich, ob die „Unabhängigen-Fraktion“ einen Gegenpol zu den drei hochrangigen Deutsche-Bank-Vertretern bilden kann: Vom Mehrheitseigentümer ziehen die Vorstände Karl von Rohr und Sylvie Matherat sowie der deutsche Privatkunden-Chef Asoka Wöhrmann in den zwölfköpfigen DWS-Aufsichtsrat ein; hinzu kommen vier Arbeitnehmervertreter. Chancen, das zu ändern, haben neue Aktionäre nicht: Die Deutsche Bank behält eine deutliche Mehrheit und macht die DWS zudem zu einer KGaA, bei der Investoren sowieso wenig Einfluss haben. Selbst die Macht des Aufsichtsrats ist begrenzt: Das Gremium überwacht zwar den Vorstand – darf aber keine Mitglieder abberufen oder bestellen. Trotz hochkarätiger Kontrolleure wie Margret Suckale und Ute Wolf bleibt die DWS damit im engen Klammergriff der Deutschen Bank. Wir ahnen: Das birgt Konfliktpotential.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.