Rorsted & Wenning: Aktionäre pämpern statt unternehmerisch denken?

War es zu schön, um wahr zu sein? Vor knapp einem Jahr haben wir uns gefreut, dass Aktienrückkäufe in Deutschland wesentlich überschaubarer ausfallen als in den USA. Denn wir sind überzeugt: In vielen Fällen besteht die Gefahr, dass Unternehmen Zukunftsinvestitionen und die Forschung vernachlässigen, um kurzfristig orientierte Investoren zu pämpern (und womöglich die eigenen Boni zu tunen). Deshalb registrieren wir besorgt, dass Aktienrückkäufe in einigen Unternehmen künftig wieder üppiger ausfallen sollen. So hat Adidas-Chef Kasper Rorsted angekündigt, in den nächsten drei Jahren bis zu drei Milliarden Euro in eigene Aktien zu stecken (zwischen 2014 und 2017 waren es lediglich 900 Millionen Euro)

Was ist mit Künstlicher Intelligenz und Weiterbildung?

Und die Munich Re, die traditionell gerne eigene Aktien kauft, setzt ihren Kurs trotz hoher Unwetterschäden unbeirrt fort: Vorstandschef Joachim Wenning will bis zur Hauptversammlung 2019 rund eine Milliarde Euro für Anteilsrückkäufe ausgeben. Wir meinen: Angesichts gewaltiger Herausforderungen im Zuge des digitalen Wandels dürfte es vielfach bessere Optionen geben, das Geld auszugeben – von Investitionen in Künstliche Intelligenz bis hin zur Weiterbildung von Mitarbeitern. Aufsichtsräte sollten entsprechende Pläne deshalb kritisch hinterfragen. Vor allem, wenn die Gesamtvergütung der Vorstände stark vom Aktienkurs abhängt.

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