Aufsichtsrat der Woche: Cewe und die erfolgreiche Transformation

Wer deutlich machen will, wie schnell der technologische Wandel etablierte Unternehmen überrollen kann, erinnert gerne an den Fotografie-Konzern Kodak. Als Gegenpol zu nennen wäre dann allerdings der Oldenburger Foto-Dienstleister Cewe, der die Digitalisierung der Branche nicht nur überlebt hat, sondern blendend dasteht. Insofern ist die erfolgreiche Transformation des S-Dax-Unternehmens (Vorstandschef: Christian Friege, Aufsichtsratsvorsitzender Otto Korte), das zu 27,4 Prozent in Familienbesitz ist, eine Blaupause für Unternehmen aus anderen Branchen.

Unternehmenskultur: Innovationen durch Zuhören

Cewe-Kenner haben drei Pfeiler des Erfolgs identifiziert: Erstens hat Cewe früh neue Geschäftsfelder identifiziert und entschlossen ausgebaut (Fotobücher). Zweitens konnten sich die Mitarbeiter – meist Fotolaboranten – weiterbilden. Und drittens hat das Management eine innovationsfreundliche Unternehmenskultur geschaffen. Deren wichtigstes Element ist Teamgeist: Mitarbeiter seien der Schlüssel zum Erfolg, sagt CEO Friege, der sich als „Chief People Officer“ sieht und genau zuhört – zum Beispiel, wenn seine Leute in offenen Runden über neue Ideen diskutieren. Zum Teamgeist dürfte auch beitragen, dass 80 Prozent der Mitarbeiter Cewe-Aktionäre sind.

Aufsichtsrat: Management-Knowhow und Diversity

Wir ergänzen als vierten Pfeiler: den zwölfköpfigen Cewe-Aufsichtsrat um den Rechtsanwalt Otto Korte, der mit kompetenten Experten wie der BWL-Professorin Christiane Hipp und dem Oetker-Manager Hans-Henning Wiegmann besetzt ist (und auf eine Frauenquote von 42 Prozent kommt).

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