Deutsche Bank will angeblich Konzernchef Cryan absetzen

Bei Deutschlands grösstem Geldhaus stehen offenbar grössere Umbrüche an. Aufsichtsratschef Paul Achleitner soll auf der Suche nach einem Ersatz für John Cryan sein. Zudem dürfte mindestens eine weitere Managerin vor dem Abschuss stehen.

Bei der Deutschen Bank brodelt es gewaltig. Die Geduld des Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner mit Konzernchef John Cryan scheint langsam zu Ende zu gehen. Laut einem Bericht der britischen «Times» ist Achleitner auf der Suche nach einem Nachfolger für den 57-Jährigen. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Strategie von Deutschlands grösstem Geldhaus soll das Verhältnis zwischen Achleitner und Cryan (Interview mit der NZZ) schwer belastet sein.

Bei Goldman-Sachs-Vize abgeblitzt?

Gemäss dem Bericht, den die Deutsche Bank nicht kommentierte, hat Achleitner bereits Richard Gnodde, den Vizevorsitzenden von Goldman Sachs, angesprochen. Der habe allerdings abgelehnt. Im Gespräch als Ersatz für Cryan sind laut der «Times» nun die Konzernchefs der italienischen Unicredit und der britischen Standard Chartered, Jean Pierre Mustier und Bill Winters. Da es sich beim Vorstandsvorsitz der Deutschen Bank um ein Himmelfahrtskommando handelt, dürfte es nicht leicht sein, einen renommierten Manager ans Institut zu holen, zumal die Bezahlung bei der «Deutschen» derzeit vergleichsweise schlecht ist.

Bereits vor rund drei Jahren, als Cryan die Nachfolge des von Skandalen belasteten Anshu Jain bei der Deutschen Bank antrat, galt der Brite trotz seinem erfolgreichen Engagement bei der Sanierung der UBS nicht als erste Wahl. Mehrere andere Kandidaten sollen den Job zuvor abgelehnt haben, unter anderen Annika Falkengren, die Deutsch sprechende frühere Chefin der schwedischen SEB, die inzwischen eine geschäftsführende Teilhaberin bei der Genfer Privatbank Lombard Odier ist.

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