„Endlich vier unabhängige VW-Aufsichtsräte finden“

Kurz vor der Hauptversammlung am 3. Mai steht dem Autokonzern Volkswagen neuer Ärger ins Haus. VW-Schreck Christian Strenger fordert mehr Geld für Aktionäre und beantragt, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern – und begründet dies ausführlich. Es ist eine Generalabrechnung zum Umgang VWs mit dem Dieselskandal.

An Post von Christian Strenger haben sich die VW-Oberen bereits gewöhnt. Regelmäßig vor dem jährlichen Aktionärstreffen, das diesmal am 3. Mai in Berlin stattfindet, erhält der Konzern Post von Privataktionär Christian Strenger, der frist- und formgerecht verschiedene Gegenanträge zur Tagesordnung stellt.

Doch Strenger ist nicht irgendein Privataktionär. Der Ökonomieprofessor war bis 2016 Gründungsmitglied der Corporate Governance Kommission der Bundesregierung, die zur Aufgabe hat, über die gute Unternehmensführung in Deutschland zu wachen. Darum kümmert sich Strenger, der weiterhin Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Asset Management Investment ist, auch heute noch mit Akribie.

Strengers Gegenanträge, die er nach den Paragraphen 126 und 127 des Aktiengesetzes gestellt hat, haben so gut wie keine Chance, eine Mehrheit zu finden. Im VW-Konzern haben die Porsche SE, das Land Niedersachsen und Großaktionär Katar das Sagen – die Privataktionäre, die rund 40 Prozent des VW-Kapitals halten, müssen sich mit so genannten Vorzugsaktien ohne Stimmrecht begnügen. Gleichwohl können Privataktionäre Anträge für die VW-Hauptversammlung zur Diskussion stellen – und davon macht Strenger ausführlich Gebrauch.

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