Compliance bei Daimler: Bischoff, Zetsche und das LKW-Kartell

Trotz des Rekordergebnisses gab es auf der Hauptversammlung von Daimler Ende vergangener Woche zahlreiche kritische Stimmen. Investoren und Aktionärsschützer zeigten sich nicht nur wegen des Diesel-Skandals, sondern auch wegen der Kartell-Vorwürfe besorgt. Und hier steckt die Führungsriege tatsächlich in einem Compliance-Dilemma: Corporate-Governance-Experte Christian Strenger hat im Handelsblatt zu Recht darauf hingewiesen, dass Aufsichtsratschef Manfred Bischoff und Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche zu fraglichen Zeit an zentralen Schaltstellen saßen – im Konzern-Vorstand bzw. im Führungsgremium der Nutzfahrzeug-Tochter.

Managerhaftung: Interessenkonflikt im Aufsichtsrat

Für eine entschlossene und lückenlose Aufklärung (inklusive eines etwaigen juristischen Vorgehens gegen ehemalige Vorstandsmitglieder) sind das keine optimalen Voraussetzungen. Aufsichtsratschef Bischoff muss sich deshalb bei dem Thema raushalten und das Feld unabhängigen Mitgliedern seines Gremiums überlassen. Das zeigt erneut eindrucksvoll: Wenn ehemalige Vorstandsmitglieder in den Aufsichtsrat einziehen (ob mit oder ohne Cooling-Off), sind Interessenkonflikte programmiert. Unternehmen brauchen deshalb klare Standards, wie in solchen Fällen zu verfahren ist – und zudem nicht nur formal, sondern auch innerlich unabhängige Aufsichtsräte, die einspringen können.

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.