Hirt, Mathes, Speich: Ein Lob auf die Aktienkultur-Förderer

Die HV-Saison hat begonnen, und wir müssen leider konstatieren: Auf zahlreichen Aktionärstreffen herrscht wieder gähnende Langeweile – zumindest in weiten Teilen. Zu den wenigen Highlights gehören aber regelmäßig die Wortmeldungen von Governance-Experten führender Fondsanbieter, also beispielsweise von Ingo Speich (Union Investment), Winfried Mathes (Deka) oder Nicolas Huber (DWS): Sie bringen leben in die Bude, indem sie Klartext reden und den Finger in die Wunde legen – ohne in Polemik zu verfallen oder gar um formale Fehler zu provozieren (wie mancher Einzelaktionär).

BlackRock, ISS und Co: Hinterzimmer-Diplomatie?

Damit leisten Speich, Mathes und Co. einen zentralen Beitrag, um die Aktienkultur zu verbessern. Denn wie könnte man deutlicher machen als durch persönliches HV-Engagement, dass es bei Aktieninvestments um langfristige Perspektiven und Teilhabe geht – und nicht um Zockerei? Deshalb finden wir es bedauerlich, wenn Investoren wie BlackRock HV-Auftritte als „Rabatz“ diskreditieren und nur auf Gespräche mit Verantwortlichen setzen (was Verschwörungstheorien nährt, denen zufolge wirtschaftlichen „Eliten“ klüngeln). Nicht weniger bedauerlich ist, dass auch Aktionärsberater wie ISS oft schweigen – was im letzten Jahr zum Beispiel dazu führte, dass auf der Munich-Re-HV niemand die harsche Kritik an den Boni artikulierte. Eine löbliche Ausnahme unter den Beratern ist Hans-Christoph Hirt von Hermes EOS, der übrigens auf dem Deutschen Aufsichtsratstag am 29. Juni (#DART13) auf die HV-Saison 2018 zurückblicken wird.

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