Investoren vs. Aufsichtsräte: 2018 ist das Jahr der Revolte

In dieser HV-Saison kommt es knüppeldick für Deutschlands Aufsichtsräte. Mit ungewohnter Schärfe kritisieren Anteilseigner Kandidaten, die ihnen zu beschäftigt, zu unqualifiziert oder zu abhängig für ein Mandat scheinen. So gerieten in den vergangenen Wochen Jürgen Hambrecht (Daimler) und Victor Chu (Airbus) wegen der Vielzahl von Posten ins Visier, und der neue Infineon-Aufsichtsrat Wolfgang Eder musste sich neben seiner hohen Arbeitsbelastung fehlende Branchenexpertise vorwerfen lassen.

„Aufsichtsrat ist keine Schulungsveranstaltung!“

Die geballte Kritik kulminiert – wo sonst – beim VW-Konzern. Neben der mangelnden Unabhängigkeit des Aufsichtsratschefs Hans Dieter Pötsch bemängeln Investoren zum Beispiel die Expertise der Werbe-Managerin Marianne Heiß, die sowohl in den VW- als auch in den Porsche-Aufsichtsrat einziehen soll. Das Porsche-Gremium wird auch darüber hinaus kritisch beäugt – trotz der geplanten Verjüngung.  So moniert der Corporate-Governance-Experte Christian Strenger, dass es Josef Ahorner und Peter Daniell Porsche an „Kenntnissen“ mangele. Ein Aufsichtsrat sei „keine Schulungsveranstaltung für junge Familienangehörige!“ Wir meinen: Die erhöhte Aufmerksamkeit sollte Aufsichtsräte (und solche, die es werden wollen) nicht schrecken. Denn sie ist ein Vorteil für alle jene, die ihre Jobs ernst nehmen und sich regelmäßig fortbilden.

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