Aufsichtsrat der Woche: Delivery Hero zündet die nächste Stufe

Der diesmalige „Aufsichtsrat der Woche“ wäre in seiner jetzigen Form wohl nicht auf unseren Radar geraten. Aber es stehen entscheidende Veränderungen an: Der Lieferservice Delivery Hero („Foodora“, „Lieferheld“) hat sich mit seinen Arbeitnehmern – angeführt vom Kölner Fahrradkurier Semih Yalcin – darauf geeinigt, das Kontrollgremium bis Jahresende von fünf auf sechs Mitglieder aufzustocken und drei Arbeitnehmervertreter zu berufen. Parallel wird die Aktiengesellschaft in eine SE umgewandelt.

Mitbestimmung ist anstrengend. Aber die Mühe lohnt sich.

Sicher, Delivery-Hero-CEO Niklas Östberg und sein Aufsichtsratschef, der ehemalige Deutsche-Telekom-Manager Martin Enderle, mussten zum Jagen getragen werden: Jüngst hatte das Landgericht Berlin eine „paritätische Besetzung“ des Aufsichtsrats angeordnet. Doch statt den Rechtsstreit weiterzuführen, haben die Verantwortlichen nun eingelenkt – hoffentlich im Zuge der Erkenntnis, dass die Mitbestimmung trotz aller Tücken Chancen für Unternehmen birgt. Nach dem Börsengang 2017 könnte das S-Dax-Unternehmen damit nun einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg vom Startup zum etablierten Unternehmen machen.

Wer muss den Delivery-Hero-Aufsichtsrat verlassen?

Denn ein professioneller und vielfältig besetzter Aufsichtsrat ist genau das, was Wachstumsfirmen brauchen, um irgendwann die Abhängigkeit von erfolgreichen Gründern zu verringern und zu einem funktionierenden System von „Checks and Balances“ zu finden (gute Gründer sind leider nicht immer gute Manager!). Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang: In den neuen Delivery-Hero-Aufsichtsrat ziehen mindestens zwei Frauen ein. Wer von den derzeit fünf Mitgliedern – darunter Ex-EY-Deutschland-Chef Georg Graf von Waldersee und der frühere eBay-Manager Patrick Kolek – weichen muss, hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben.

DCGIBoardNews

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