Ralph Dommermuth: Erfolgreicher Gründer, demütiger Manager

Der Facebook-Skandal hat es eindrucksvoll gezeigt: Geniale Gründer wie Mark Zuckerberg sind nicht automatisch gute Manager – im Gegenteil. Zu den Ausnahmen gehört aus unserer Sicht der Westerwälder Ralph Dommermuth, der mit United Internet ein Tech-Firmenimperium aufgebaut hat, das er als erfolgreicher Vorstandschef führt – im Übrigen, ohne dafür ein CEO-Gehalt einzustreichen. In einem seiner seltenen Interviews hat Dommermuth jetzt preisgegeben, was einen guten Firmenchef aus seiner Sicht ausmacht: „Ich versuche, Themen zu durchdringen und ein eigenes Gefühl zu entwickeln“, sagte er dem Manager Magazin.

Der Dommermuth-Mix: Fleiß, Unternehmergeist – und Demut

„Ich versuche, Themen zu durchdringen und ein eigenes Gefühl zu entwickeln“, sagte er dem Manager Magazin. Das habe den Nachteil, dass er lange im Büro sitzen müsse. „Immerhin ist der Ausblick auf den Westerwald da draußen ja ganz schön.“ Besonders wichtig scheint uns in diesem Zusammenhang: Bei der „Themendurchdringung“ baut der 54-Jährige nicht allein auf den eigenen Instinkt und Intellekt. Wenn er über Ratgeber wie René Obermann (der als Aufsichtsratschef der Konzerntochter 1&1 Internet fungiert), Jean-Remy von Matt oder Oliver Samwer spricht, spürt man: Sein Erfolg ist Dommermuth nicht zu Kopf gestiegen; geradezu demütig spricht der „Wir-zusammen“-Initiator über die Kompetenzen und Fähigkeiten Anderer.

Der United-Internet-Aufsichtsrat: Eingespielt oder eingeschlafen?

Nachteil dieser Demut könnte mittelfristig sein, dass er dazu neigt, lange an Vertrauten festzuhalten – auch im dreiköpfigen United-Internet-Aufsichtsrat: Gremienchef Kurt Dobitsch ist bereits seit 1998 im Amt, der frühere Finanzchef Michael Scheren seit 2002 und Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke seit 2008. Da wäre es sicher bald an der Zeit für frischen Wind, damit das eingespielte Team nicht in Routinen erstarrt.

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