KfW-Chef Bräunig wird trotz harscher Kritik Post-Aufsichtsrat

Die Aktionäre des Dax-Konzerns Deutsche Post DHL haben Günther Bräunig (62), der seit Jahresbeginn als Vorstandschef der bundeseigenen Förderbank KfW amtiert, in den Aufsichtsrat gewählt. Auf der Hauptversammlung erhielt er knapp 90 Prozent der Stimmen, obwohl namhafte Investoren seine Kandidatur zuvor kritisiert hatten. So mahnte Corporate-Governance-Spezialist Hendrik Schmidt von der Fondsgesellschaft DWS mit Blick auf Bräunig, „dass die unsere Interessen als Eigentümer vertretenden Personen über ausreichend Zeit und gedankliche Freiheit verfügen“ sollten, um „ihrer kontrollierenden Aufsichts- und strategischen Beratungsrolle gerecht zu werden.“

Von Bomhard löst von Schimmelmann als Aufsichtsratschef ab

Schmidt erinnerte daran, dass Bräunig neben seiner KfW-Aufgabe längst als Multiaufsichtsrat fungiert. So ist er unter anderem Aufsichtsratschef der Deutschen Pfandbriefbank sowie Gremienmitglied bei der Deutschen Telekom und bei True Sale International. Für den zweiten neuen Aufsichtsrat der Deutschen Post, Volkswagen-Financial-Services-Vorstand Mario Daberkow (49), ist es dagegen das erste Überwachungsmandat außerhalb des VW-Konzerns. Neuer Chef des Gremiums wird wie erwartet Ex-Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard, der Wulf von Schimmelmann ablöst. DWS-Vertreter Schmidt hatte auf der Hauptversammlung zudem die seines Erachtens intransparenten Managergehälter gerügt. Auch hier fand die DWS aber keine Mehrheit, mehr als 88 Prozent stimmten dem neuen Vergütungssystem der Post zu.

DCGIBoardNews

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