Governance bei Edeka: Wer überwacht Vorstandschef Markus Mosa?

Verbünde sind die heimlichen Giganten unserer Wirtschaft, und der wohl bekannteste ist Edeka: Zusammen mit dem Discounter Netto kommt die einstige „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“ (E. d. K.) auf mehr als 11.000 Supermärkte und hat es damit zum Marktführer in Deutschland gebracht. Das liegt auch daran, dass die Verbund-Struktur wie geschaffen ist für die Ära der Digitalisierung: Große Freiheiten für einzelne Verbund-Partner garantieren kurze Entscheidungsprozesse – und damit schnelle Reaktionen auf Veränderungen. Großkonzerne von Siemens bis Daimler versuchen derzeit, mit Holdingmodellen Ähnliches zu erreichen.

Ein Aufsichtsrat, ein Verwaltungsrat – aber keine Unabhängigkeit

Eine große Schwäche hat Edeka aber aus unserer Sicht: Der dreiköpfige Verbund-Vorstand um CEO Markus Mosa unterliegt keiner Kontrolle, die modernen Corporate-Governance-Standards entspricht. Denn mit einem Aufsichtsrat und einem Verwaltungsrat wirken zwei Gremien zusammen, die überwiegend aus Verbund-Kaufleuten bestehen. Unabhängige Experten von außen? Fehlanzeige. Das birgt die Gefahr, dass Entscheidungen auf Verbund-Ebene – etwa über den Einkauf – in die falsche Richtung gehen. So droht aktuell ein Imageschaden, weil Wettbewerbshüter und Journalisten den Verbund zunehmend kritisch ins Visier nehmen und rabiate Methoden gegenüber Zulieferern kritisieren. Die Verantwortlichen sollten das zum Anlass nehmen, ihre Einkaufsstrategie im Besonderen und die „Checks and Balances“ im Allgemeinen zu hinterfragen. Wenn Verbünde mit Konzernen gleichziehen, müssen sich auch in Sachen Corporate-Governance nachziehen.

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