Aufsichtsratshaftung: Wen die Neckermann-Klage betrifft

Sechs Jahre nach der Pleite des Versandhändlers Neckermann hat der Insolvenzverwalter Michael Frege laut Medienberichten 16 ehemalige Manager und Aufsichtsräte auf Schadensersatz verklagt. Sie seien dafür verantwortlich, dass Neckermann zu spät Insolvenz angemeldet habe. Freges Ansicht nach war das Unternehmen spätestens am 23. Mai 2012 überschuldet – nach gescheiterten Verhandlungen über eine Last-Minute-Rettung stellte das Management aber erst im Juli 2012 Insolvenzantrag.

Scharfe Kritik am Finanzinvestor Sun Capital

In diesem Zeitraum, so Freges Argumentation, habe Neckermann noch fast 20 Millionen Euro „ohne unmittelbare und gleichwertige Gegenleistungen“ ausgegeben. Dafür müssten die Manager und Aufsichtsräte nun gerade stehen. Als Vorstandschef fungierte damals Henning Koopmann, den Aufsichtsrat leitete Frank Maassen, Europa-Manager des Finanzinvestors und 100-Prozent-Eigentümers Sun Capital. Zu den weiteren Kontrolleuren gehörte der Verdi-Mann Wolfgang Thurner, der Sun Capital nach der Insolvenz in einem Gastbeitrag für die FTD scharf kritisierte: „Was keine kurzfristige Rendite bringt, wird abgestoßen, ohne Rücksicht auf die Beschäftigten.“

DCGIBoardNews

Die neuesten Corporate Governance News kostenlos in Ihrem Posteingang.

Jederzeit abbestellbar.