Bienensterben: Bayer-Chef Baumann auf den Spuren der Ölkonzerne?

Wenn nicht nur Umweltschutz-Aktivisten meutern, sondern auch renommierte (und renditeorientierte) Investoren protestieren, sollten Vorstände hellhörig werden. Und das war sicher auch der Fall, als Ingo Speich auf der Bayer-Hauptversammlung 2017 das Wort in Sachen Bienensterben erhob: Der Corporate-Governance-Experte von Union Investment drängte den Konzern, auf rechtliche Schritte gegen ein Verbot von „Neonikotinoiden“ zu verzichten, die als wichtige Ursache für das Bienensterben gelten. Speich warnt in diesem Zusammenhang vor „Reputationsrisiken“.

Turbulente Hauptversammlung für die Bayer-Bosse

Doch den Kurs geändert haben die Bayer-Bosse um Vorstandschef Werner Baumann nicht; laut WirtschaftsWoche klagt das Unternehmen gegen ein Teilverbot der EU. Und so dürfte Bayer am 25. Mai eine turbulente Hauptversammlung erleben, auf der nicht nur Umweltschützer protestieren. Sicher: Manche Kritik mutet polemisch an. Aber zur Schädlichkeit von „Neonikotinoiden“ liegen inzwischen fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Und unabhängig davon wächst nach den Monsanto- und Glyphosat-Debatten die Gefahr, dass Bayer pauschal als Umweltsünder abgestempelt wird. Das sollten die Verantwortlichen in die Risikoabwägung einbeziehen – und dabei auch analysieren, wie anhaltender Widerstand gegen strengere Umweltauflagen anderen Unternehmen geschädigt hat. Zum Beispiel aus der Öl-Industrie.

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