VW-Aufsichtsrat prüft Schadenersatzansprüche gegen Winterkorn

Martin Winterkorn gerät im Abgasskandal weiter in Bedrängnis. VW lässt seit längerer Zeit prüfen, ob der ehemalige Vorstandschef haftbar gemacht werden kann. Nun gibt es erste Berechnungen, wie teuer das Winterkorn im Ernstfall kommen könnte.

Der VW-Aufsichtsrat prüft in der Abgasaffäre Schadenersatzansprüche auch gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn. «Die Prüfung dauert seit längerer Zeit an und wird unabhängig von behördlichen Verfahren durchgeführt», sagte Aufsichtsratssprecher Michael Brendel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe der Aufsichtsrat bereits mehrfach erklärt. Diese Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. «Dementsprechend gibt es keine Vorfestlegungen, und es wurden auch noch keine Entscheidungen getroffen.»

Brendel betonte: «Bei dieser Frage orientiert sich der Aufsichtsrat einzig und allein am Unternehmenswohl.» Der Aufsichtsrat prüfe mögliche Ansprüche gegen ehemalige oder amtierende Vorstandsmitglieder «vorbehaltlos und ohne Ansehen der Person».

Die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» berichtet, Winterkorn drohe der Ruin. Sein Vermögen könnte im Extremfall komplett weg sein. Das Blatt beruft sich auf Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Im Umfeld des Aufsichtsrates kursieren demnach bereits Zahlen, wie viel von dem tief gefallenen Manager-Star zu holen ist. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sei von bis zu einer Milliarde Euro die Rede.

Der VW-Chef hat laut dem Bericht im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere im Dienste des Autoherstellers mehr als 100 Millionen Euro verdient. Allein seine Pensionsansprüche summieren sich demnach auf knapp 30 Millionen Euro. Selbst wenn Winterkorn nicht einmal eine Mitwisserschaft am Betrug nachgewiesen werde, müsse er um sein Vermögen fürchten. Denn Manager haften nach deutschem Recht nicht nur, wenn sie einem Unternehmen willentlich schaden, sondern auch, wenn sie mit den Kontrollmechanismen nachlässig waren.

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