Werner Brandt: Warum Aufsichtsräte keine Basta-Typen brauchen

Auf der Hauptversammlung des Medienkonzerns ProSiebenSat1 am 16. Mai wird’s hoch hergehen. Mehrere Aktionärsvertreter haben nach dem Abgang von Vorstandschef Thomas Ebeling Gesprächsbedarf angemeldet – auch mit Blick auf Aufsichtsratschef Werner Brandt. Einen Vorgeschmack gab’s Ende April im Manager Magazin: Brandt habe „den Egomanen Ebeling viel zu frei gewähren lassen“, wurde dort ein Aktionärsschützer zitiert. Der 64-Jährige habe „führungs- und intrigenstarken Managern kaum etwas entgegenzusetzen“ und sei kein „Bastatyp“.

Abwägen statt auf den Tisch hauen!

Da ist es wieder, dass Dilemma der Aufsichtsratschefs: Wer bestimmt auftritt, gilt schnell selbst als Egomane mit unbändigem Geltungsdrang. Und wer sich – wie Werner Brandt – öffentlich zurückhält, muss sich genauso schnell Entscheidungs- und Durchsetzungsschwäche vorwerfen lassen. Uns sind im Zweifel diejenigen lieber, die nachhaken, hinterfragen, andere Meinungen einholen und sorgfältig abwägen. Die Basta-Typen, nach denen sich mancher sehnt (überraschenderweise offenbar auch unter Aktionärsschützern), sind in einer zunehmend komplexen Wirtschaft dagegen fehl am Platz ausgedient. Leider gibt es davon immer noch zu viele.

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